Drei Personen stehen an bunten Hochbeeten in einem urbanen Garten vor einem Wohnhaus | © SAGA / Mike Schäfer
24. September 2025
Aktuelles

Eine Nachbarschaft hütet einen Garten

Auf der Veddel verzaubern Hochbeete ein ganzes Quartier, und bringen mehr Grün, mehr Bienen und mehr Gemeinschaft zwischen die Häuserzeilen. Das Besondere: Der Garten steht auf Rädern und soll künftig auch anderswo Blumen, Kräuter und Gemüse sprießen lassen. Unterstützung gibt’s von der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft.

Ein wandernder Garten? Ja, das gibt’s! „Am Anfang waren die Anwohnerinnen und Anwohner überrascht, als im August 15 Kästen auf Rädern am Veddeler Damm auftauchten“, erzählt Emilia Wilhelm. Sie arbeitet bei der Stiftung »Was tun!«, die den Wandergarten gemeinsam mit der Loki Schmidt Stiftung initiiert hat. Inzwischen haben die bunten Beete mit Salbei, Leinkraut, Fenchel, Kapuzinerkresse und Co. jede Menge Fans gefunden.

Mehrere bunte mobile Pflanzkästen auf Rädern stehen auf einem Gehweg in einem urbanen Umfeld mit Bäumen und geparkten Autos im Hintergrund. | © SAGA / Mike Schäfer
Pflanzbeet mit verschiedenen jungen Pflanzen und einem handbeschrifteten Schild mit dem Wort 'Fenchel'. | © SAGA / Mike Schäfer

Die Nachbarschaft ist Feuer und Flamme für das gemeinsame Gärtnern. Immer donnerstags wird gebuddelt, gezupft und gegossen – und noch viel mehr: Hier wurde Kräuterlimo gemixt, Steine mit Pflanzennamen bemalt und es gab Workshops mit Tipps, welches Gemüse auch auf dem Balkon gut wächst. „Der Garten ist für mich ein großer Spaß. Ich bin jeden Tag mindestens einmal hier“, sagt Eddy. Er wohnt zwei Straßen entfernt und ist von Anfang an dabei: „Hier entstehen Gespräche unter Nachbarn und manchmal erkläre ich auch Touristen, was wir hier machen. Richtig toll finde ich, dass auch Kinder mitmachen. Zwei kleine Mädchen kommen jeden Tag hierher und bewundern ihre Radieschen.“

Zwei Personen pflanzen Kräuter in einem Hochbeet, nur die Oberkörper und Hände sind sichtbar. | © SAGA / Mike Schäfer
Anwohner Eddy kommt jeden Tag zum Wandergarten. | © SAGA / Mike Schäfer
Anwohner Eddy kommt jeden Tag zum Wandergarten.
Person mit schwarzer Lederjacke und pinkem Schal steht vor bunten Hochbeeten in einem urbanen Garten. | © SAGA / Mike Schäfer

Uns ist wichtig, dass der Garten allen offensteht, nicht nur den Menschen, die mitgärtnern

Emilia Wilhelm, Stiftung »Was tun!«

Ein paar Beete haben neben dem Platz für die Pflanzen auch eine Sitzfläche. Hier lässt sich verweilen, ins Grüne gucken, mit anderen schnacken: „Viele Leute finden das richtig toll.“ Aber kann so ein offener Garten funktionieren? Landen da nicht Zigarettenkippen in den Beeten? Werden da keine Pflanzen abgeknickt? „Das Einzige, was wir als Vandalismus zählen könnten, ist ein Sticker“, freut sich Emilia Wilhelm. Auch die Lupen, die zum Beobachten an den Beeten hängen, sind an Ort und Stelle.

Hand hält Lupe über grüne Blätter mit Wassertropfen. | © SAGA / Mike Schäfer

Der große Stolz der Gärtnertruppe ist eine knackige Gurke – und selbst die wurde bisher nicht abgezwackt. Sie soll beim Abschiedsfest geerntet werden, bevor der Wandergarten zu den nächsten Stationen nach Wilhelmsburg weiterzieht: „Für nächstes Jahr haben wir als Standort unter anderem Rothenburgsort im Visier. Dazu sind wir gerade im Gespräch mit der Verwaltung“, erklärt Anuschka Lichtenhahn-Pense von der Stiftung »Was tun!«.

Gurke hängt an Rankhilfe in einem Hochbeet mit weiteren jungen Gemüsepflanzen und unscharfem Stadtgebäude im Hintergrund. | © SAGA / Mike Schäfer
Anuschka Lichtenhahn-Pense von der Stiftung »Was tun!« | © SAGA / Mike Schäfer
Anuschka Lichtenhahn-Pense von der Stiftung »Was tun!«

Seine Premiere hat der Wandergarten glänzend bestanden. Das Projekt wird unterstützt von der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft. Es zeigt, dass Menschen ihr Zuhause mitgestalten und Gemeinschaft leben wollen: „Wir sind natürlich traurig, dass der Garten weiterzieht“, sagt Eddy. Die gute Nachricht: der neue Vibe auf der Veddel soll bleiben. Eddy und die Stiftungen sind in Kontakt mit verschiedenen Akteuren, um dauerhafte Hochbeete oder eine Grünpatenschaft zu realisieren: „Der Wandergarten war ein ganz wichtiger Anstoß. Wir möchten auch im nächsten Jahr Verantwortung übernehmen und uns hier um Blumen und Gemüse kümmern.“

Zwei Personen mit Jacken und Schals arbeiten gemeinsam an einem Hochbeet mit grünen Pflanzen in einem urbanen Umfeld. | © SAGA / Mike Schäfer
Mit einer Lupe betrachtet eine Frau die Kräuter in einem Hochbeet. | © SAGA / Mike Schäfer

Mehr Informationen zur SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft.

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Text: Andrea Guthaus / Fotos: Mike Schäfer

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