Pink Latte
Mit diesem Pink Latte ist gute Laune vorprogrammiert. Durch die Rote Bete erhält er eine intensive pinke Farbe und schmeckt zudem leicht...
Mit Ton zu arbeiten hat etwas Meditatives, außerdem macht es richtig Spaß. Im Quartier Sonnenland in Billstedt trifft sich die Nachbarschaft zum gemeinsamen Kreativsein. Unterstützt wird der Sonnenland Salon von der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft.
Wie sieht die Konfettiglasur nach dem Brennen aus? Welche Farbe passt am besten zu einem Stern? Und wie hell ist ein Sommerblau? Im Stadtteilprojekt Sonnenland in Billstedt geht es an diesem sonnigen Samstagnachmittag im Dezember wuselig zu. Etwa 20 Menschen vom Kitakind bis zur Seniorin sind gekommen, um die Stücke zu glasieren, die sie vor etwa drei Wochen geformt haben. Künstlerin Micha Mohr ist da, pendelt zwischen den Tischen, gibt hier Tipps zu den Pinseln, berät dort zu den Farben: „Es ist einfach toll, dass es hier die Möglichkeit gibt, sich künstlerisch auszutoben.“ Ton, Wasser und ein bisschen Geduld reichen: „Man kann sehen, dass die Leute Lust haben sich schmutzig zu machen. Die Menschen gehen hier mit einem ganz beseelten Gefühl raus.“
Ganz versunken arbeitet Kauther. Die 16-Jährige ist mit ihren sechs Geschwistern da. Vor ihnen stapeln sich Becher und Schalen, die jetzt bunt bemalt werden. Auch Petra ist gekommen, denn sie mag die Gemeinschaft: „Ich bin einfach gerne unter Menschen. Hier ist jeder für den anderen da.“ Künstlerin Micha Mohr ergänzt:
Das Schöne am Töpfern ist: Man arbeitet an seinem Stück, kann sich aber trotzdem unterhalten. Die Leute kennen sich gut, tauschen sich aus über frühere Zeiten und über Neues.
Zum Töpfer-Nachmittag gibt es selbst gebackenen Kuchen und Kaffee, Kekse und Saft. Und drei, vier Leute setzen sich einfach dazu, auch wenn sie mit Töpfern nichts am Hut haben. Dabei sein, einen Schwatz halten – auch dafür ist das Sonnenland da.
Der Töpfer-Nachmittag ist ein Projekt im Gemeinschaftshaus im Sonnenland. Er gehört zu einer ganzen Veranstaltungsreihe, bei der die Nachbarschaft ins Tun kommt. Zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern wird fotografiert, gefilmt, gemalt, genäht und gebastelt. Es wird in Fotokartons gestöbert, alte Filme aus dem Sonnenland werden gezeigt. Alle dürfen vorbeikommen, unterstützt wird das Projekt von der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft. Das Stadtteilprojekt Sonnenland macht – so der offizielle Begriff – Gemeinwesenarbeit. Hier treffen sich Eltern zum Austausch, und von hier aus fahren Gruppen in Museen und Theater oder unternehmen Fotospaziergänge durchs Quartier. Kids bekommen Unterstützung bei den Hausaufgaben, kickern, spielen und machen Musik. Jugendliche haben einen Raum zum Chillen und um unter sich zu sein.
Wir wollen hier Freiräume schaffen. Menschen sollen vorbeikommen und hier Angebote finden. Aber wer nicht mitmachen will, kann auch einfach nur dabei sein.
Dorothea Grießbach vom Stadtteilprojekt Sonnenland e.V.
Am Ende des Nachmittags sind alle Werke fertig glasiert: Becher, Schalen, Sterne, Löffel, aber auch ein Dackel, ein Tannenbaum und eine Ente. Jetzt heißt es Daumen drücken, damit alle Teile das Brennen im Ofen gut überstehen. Manches Stück wird seinen Platz unterm Weihnachtsbaum finden. Die gute Nachricht: Im nächsten Jahr soll im Stadtteilprojekt wieder getöpfert werden. Micha Mohr sagt: „Dann machen wir vielleicht sogar eine kleine Ausstellung. Es macht Spaß zu zeigen, was hier Schönes entsteht.“
Mehr Informationen zur SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft.